Haselsteiner Geschichtsweg

Wir laden Sie herzlich ein, auf dem ‚Haselsteiner Geschichtsweg‘ der Historie unseres Ortes nachzugehen. Von der Burg haben nur wenige Mauerreste den Jahrhunderten standgehalten. Jedoch genießen Sie die prächtige Aussicht weit ins Land hinein noch genauso wie vor 1.000 Jahren die Burgmannschaft.

Ruhm und Reichtum zu mehren, sind die Haselsteiner Ritter im Mittelalter ausgezogen. Besitzungen bis hinunter an Main und Rhein nannten sie ihr Eigen. Als Ministerialen dienten sie dem Kloster Fulda, aber auch Kaiser und König. 500 Jahre später sollte die lebensfrohe Barockzeit mit ihrem Glanz das Ortsbild bis heute prägen. Haselstein hat, wie das ganze Fuldaer Land, im 18. Jahrhundert seine Blütezeit erlebt.

Der Rundgang im Dorf mit Aufstieg zum Schlossberg umfasst folgende Sehenswürdigkeiten:

‘Wirts’ (Mägerleinscher Hof) – Kirche – Schloss – Zehntscheune – Eselskeller – Burgruine – Heiligenhäuschen – Dorfbrunnen

Ausgangs- und Endpunkt ist der Parkplatz von Wirts (Ecke Schlossberg-/ Großenbacher Straße). Am Wanderparkplatz am anderen Ende der Schlossbergstraße befindet sich ein alternativer Ein- und Ausstieg – speziell für Gäste des Cafés Rosenbach.

Hinweis: Die Burgruine auf dem Schlossberg ist über einen schmalen, steilen Pfad zu erreichen, der Trittsicherheit und festes Schuhwerk erfordert.

Den Info-Flyer mit Lageplan zum Zurechtfinden im Dorf können Sie hier herunterladen: Haselsteiner Geschichtsweg

Die einzelnen Stationen präsentieren sich auch hier:

WIRTS – Mägerleinscher HOF

Ansicht um 1900.

Erbaut um 1733 vom damaligen Amtsvogt Johann Leonhard Mägerle. Das Anwesen ist seit 1497 nachgewiesen und befand sich bis 1732 im Besitz Fuldaer Familien. 1747 zur Tilgung privater Schulden von J. L. Mägerle an den Fuldischen Staat abgetreten. Um 1769 Einrichtung der Wildmeisterei. 1834 Erwerb durch die Wirts-Familie Thomas. Nach 1860 Abbruch der ehemaligen Amtswirtschaft – diese befand sich auf der Straßenseite gegenüber an Stelle von Lindenstr. 17 +19 – und Verlegung des Gasthauses in den Mägerleinschen Hof.

PFARRKIRCHE St. MAURITIUS

1730-33 unter Fürstabt Adolph von Dalberg erbaut als Hauptkirche des Oberamts Haselstein nach Plänen des Fuldaer Bauinspektors Andreas Gallasini. 1746 von Fürstabt Amand von Buseck der Hl. Dreifaltigkeit geweiht. Einheitliche barocke Ausstattung, wertvolle Stukkaturen von Andreas Schwarzmann. Ein erster Kirchenbau stand an gleicher Stelle bereits im Mittelalter, Erweiterungen in 1300 und 1571.

Für eine Fuldaer Dorfkirche einzigartig: Stukkaturen in Haselstein

AMTSSCHLOSS

Ansicht vom Schlosshof aus (1826).

In zwei Bauabschnitten ab 1546 bzw. 1596 im Renaissance-Stil errichtet, bezogen um 1605. Bis 1817 Sitz der Amtsverwaltung (für die Dörfer Hsselstein, Großentaft, Grüsselbach, Kirchhasel, Rasdorf, Setzelbach, Soisdorf, Stendorf und Treischfeld). 1834 – 1947 Försterei. 1947 Erwerb durch den Caritasverband: Bis 1986 Waisenhaus, seit 1990 Einrichtung für Menschen mit Behinderung.

ZEHNTSCHEUNE

Errichtet Anfang des 18. Jh. vermutlich als Dienstgehöft für die Haselsteiner Jägerei. Diente später – zusammen mit vier weiteren Wirtschaftsgebäuden (zwei am Schloss und zwei im Dorf) – zur Einlagerung von Naturalabgaben. Einziges erhalten gebliebenes Nebengebäude.

ESELSKELLER

Sicherung u. Sanierung durch den HKGV Haselstein (2014).

Überreste der Kelleranlage eines ausserhalb der Burg gelegenen Wirtschaftsgebäudes (Scheune Und Stallungen): Zwei Gewölbe mit – nicht erhaltenem – Zugang von außen, Scheitelhöhe ca. 2,75 m. Der Sage nach sollen die als Tragtiere zur Versorgung der Burg eingesetzten Esel hier untergebracht gewesen sein. Freilegung und Sanierung der verschütteten Keller in 2013/14.

BURGRUINE HASELSTEIN

Rekonstruktion der Burg Haselstein
von Wolfgang Braun (Ansicht von Nordwesten)

Im 10. Jh. von der Reichsabtei Fulda errichtet. Vertreibung abtrünniger Burgbesatzungen unter den Äbten Erlolf von Bergholz (1119) und Marquard I. (1156). Vom 12. bis 14. Jh. Stammburg der Ritterfamilie von Haselstein. Ludger von Haselstein stand in kaiserlichen Diensten (um 1200). Geburtsort des späteren kursächsischen Rates und Gesandten Eberhard von der Tann (1495–1574). Bis ca. 1605 Sitz des 1282 erstmals erwähnten Amtes Haselstein. Im 30-jährigen Krieg Zufluchtsstätte, seither verfallen. 1847 erste Sicherungsmaßnahmen an der Ruine.

Ruine Haselstein von Süden – mit der markanten Schildmauer

HEILIGENHÄUSCHEN

Barocker Fluraltar aus dem Jahr 1757. Hochreliefs der Maria Immaculata (Mitte), Hl. Sebastian (Rechts) und Bekehrung des Apostels Paulus (Links). Die Darstellung des Paulus mit Pferd wurde in der Volkssage umgedeutet zu einem Ritter, der zum Dank für eine gelungene todesmutige Flucht von der Burg das Heiligenhäuschen habe errichten lassen.

BORN (Dorfbrunnen)

Bis zum Bau der Wasserleitung mit Anschluss in jedem Haus im Jahr 1902 Endpunkt der historischen Holzröhrenleitung. Entfernung zur Quelle am Schweinsberg ca. 700 m. Für die höhergelegenen Höfe am Hainberg (Schlossbergstr.) war ein zweiter Laufbrunnen im Schlosshof eingerichtet.

Abstecher zur  MARIENGROTTE
Errichtet 1934. Der Erscheinungsgrotte im Marien-Wallfahrtsort Lourdes in den französischen Pyrenäen nachempfunden. Gestiftet von Rosa und Engelbert Herbert.