Jahreshauptversammlung 2020

Vorstand im Amt bestätigt – Fortschritte bei der Burgsanierung

Im Mittelpunkt der diesjährigen Jahreshauptversammlung am 7. März stand die turnusgemäße Neuwahl des Vorstands. In ihren Funktionen für vier weitere Jahre bestätigt wurden Vorsitzender Berthold Vogt, Andreas Knüttel als Stellvertreter, Kassenwart Michael Käsmann sowie Jürgen Herbert als Beisitzer. Neu als Schriftführer fungiert Peter Höfer. Die beiden neugewählten Beisitzer Matthias Brehler und Lothar Klewitz komplettieren das Vorstandsteam.

Hintere Reihe (v.l.n.r.): Michael Käsmann, Peter Höfer, Matthias Brehler und Lothar Klewitz.
Vorn: Andreas Knüttel, Berthold Vogt, Jürgen Herbert.

Zur Burgsanierung berichtete Vorsitzender Berthold Vogt über den 1. Sanierungsabschnitt vom August/ September 2019. Gearbeitet wurde an den Überresten der östlichen Vorburg sowie des viereckigen Torturms. Der im Frühjahr anstehende 2. Bauabschnitt wird das gegenüberliegende ‚nördliche Wohngebäude‘ zum Gegenstand. Auftraggeber der auf über 100.000 € veranschlagten Maßnahme ist HessenForst als Eigentümer des Schlossbergs.

Andreas Knüttel stellte die zentralen Erkenntnisse zur Baugeschichte der Burg anhand der vom Büro für Burgenforschung Dr. Zeune 2019 vorgenommenen Bestandsdokumentation vor:

  • Ältestes Bauteil ist der Teil der Schildmauer „unten rechts“ von Anfang des 12. Jh.
  • Die übrigen Bauteile sind nach 1282 entstanden.
  • Die Bauteile, von denen noch am meisten erhalten ist (Torturm, angrenzendes ‚nördliches‘ Wohngebäude), stammen aus der Zeit nach 1465.
  • Die äußeren Zwinger (östliche u. westliche Vorburg) sind ggf. noch jünger.
  • An der Schildmauer – außen – nachgewiesene Aborterker lassen darauf schließen, dass das historische Bodenniveau auf der der Innenseite deutlich tiefer gelegen hat als das heutige Erdniveau.
  • Diverse weitere Bereiche scheinen lohnend für weitere, auch archäologische Forschungen, z.B. Kemenate oder Bergfried.
Außenwand des Torbaus (Ostseite) nach erfolgter Sanierung im August/ Sept. 2019.

Im geselligen Jahresprogramm ist wieder ein Tagesausflug zu einem Weihnachtsmarkt an einem Advents-Samstag, z.B. Erfurt, geplant; weiterhin eine Neuauflage des Dorfquizabends und – für den Winter – von „Skat&Strick“ Der Verein hat zur Zeit 89 Mitglieder und gilt weiterhin als gemeinnützig. Das Finanzamt hat nach der Steuerprüfung für 2015-18 den steuerlichen Feststellungsbescheid wieder erteilt.

Burgsanierung kommt gut voran

Freilegungen bestätigen alte Forschungen zum Grundriss ‘auf den Meter genau’

Von guten Fortschritten bei der Sanierung der Burgruine auf dem Haselsteiner Schlossberg berichten Berthold Vogt und Andreas Knüttel vom Heimat- und Geschichtsverein. Die Mitarbeiter der Firma Fesch (Waldkappel) sind jetzt in der fünften Woche auf der Baustelle. Der erste Sanierungsabschnitt umfasst die am stärksten geschädigten Bereiche: das heute noch mehrere Meter aufragende Burgtor sowie die Mauerreste der östlichen Vorburg (Zwinger) oberhalb von Kirche und Schloss. Letztere standen infolge des instabilen Untergrunds kurz vor dem Absturz. Lange Zeit stand nicht fest, ob die äußere Begrenzung der Burganlage überhaupt erhalten werden kann. Mittlerweile ist die Sicherung abgeschlossen, und die Arbeiten konzentrieren sich auf die auch als Ruine immer noch imposante Toranlage von 9 x 11 Metern im Geviert.

Außenwand des Torbaus (Ostseite) nach erfolgter Sanierung

In die von Wind und Wetter ausgewaschenen Fugen wird neuer Mörtel maschinell eingeblasen. Durch die Stabilisierung des Mauerwerks im sog. Trockenspritzverfahren kann der größte Teil der Steinlagen im Original erhalten bleiben und muss nicht abgebaut und neu zusammengesetzt werden. Um den Neuaufbau nicht herum kommen die Bauleute bei den oberen Steinlagen auf den Mauerkronen und bei abgebrochenen bzw. teilweise eingestürzte Mauerteilen.

Doppelwandige Mauer, über 1m stark, im Torbau

Das hierfür benötigte Baumaterial auf den Berg zu schaffen, hat der Bautrupp des Heimat- und Geschichtsvereins übernommen. Mühsam war vor allem das Aufsammeln der Bruchsteine aus Phonolith, dem hauptsächlichen Baumaterial der mittelalterlichen Burg, von den Abhängen des Schlossberges. „Durchgezählt haben wir nicht. Eine ordentliche vierstellige Anzahl ist aber zusammengekommen“, betonen Berthold Vogt und Andreas Knüttel angesichts der Mauerstärken zwischen einem und ein Meter sechzig. Die von den Vereinsmitgliedern erbrachte logistische Unterstützung erspart einige tausend Euro an Kosten. „Dieses Geld steht zusätzlich für die eigentliche Sanierung zur Verfügung“, macht Vorsitzender Berthold Vogt deutlich. Finanziert werden die Arbeiten von HessenForst als Eigentümer des Schlossberges. Ein zweiter Sanierungsabschnitt ist für nächstes Jahr vorgesehen.

“Viel Steine gab’s …”: Baustelle im Bereich des Torbaus

Von interessanten Funden, die bei den nötigen Erdbewegungen und der Freilegung von Mauerstücken gemacht wurden, weiß der 2. Vorsitzende Andreas Knüttel zu berichten: „Anhand von zu Tage geförderten Steinschwellen und Profilsteinen kennen wir jetzt die genaue Lage des äußeren Burgtors.“ Es befindet sich zudem „auf den Meter genau“ da, wo der Historiker und langjährige Leiter des Fuldaer Kulturamts, Dr. Heinrich Hahn (1911-1988) es schon vor Jahrzehnten vermutet hat. Dr. Hahn musste bei seinen Forschungen[1] ohne Ausgrabungen auskommen. Wie er trotzdem bisher immer richtig gelegen hat, zeigt sich z.B. auch an einem in der Erde verborgenen, vom Torbau ausgehenden Mauerzug, der bei der Sanierung jetzt entdeckt wurde.

[1]  Veröffentlicht in den Fuldaer Geschichtsblättern 1983 (59. Jahrgang), S. 28–40.

Freigelegt: Schwelle vom äußeren Burgtor

Bis zum Abschluss der Arbeiten bleibt der Schlossberg für die Öffentlichkeit weiterhin gesperrt. Daher muss die für So., 22.09., geplante Führung zu Eselskellern und Burgruine  leider entfallen.

Noch rechtzeitig vor dem Absturz bewahrt: Östliche Vorburg (Zwinger)